Juli - Zeit der Graslilien

Garten-Tipp Juli 2010

Der Hitze entfliehen und in den Bergen blühenden Blumenwiesen begegnen


Zum Beispiel wandernd
rund um die Maiensässe Dötra und Anveuda im Gebiet des Lukmaniers auf 1800m ü.M. Hier hat es Blütenteppiche von Paradieslilien auf den höchstgelegenen, heute noch regelmässig gemähten Wiesen des Tessins. Oder beim Aufstieg von der Mittelstation der Niesenbahn auf den Niesen.

Hier strahlen Hunderte dieser weissen Trichterlilien (Paradisea liliastrum) inmitten der Wildheuplanggen.
Sie werden bis 50cm hoch - mit grasartigen, graugrünen, schmalen Blättern und eleganten Blütenständen. Die voll entwickelten Trompetenblüten stehen waagrecht am Stängel, sie werden bis 5cm lang und sind trichterförmig mit 6 gelben Staubblättern.

 

Ihre Bestäuber sind Nachtfalter, welche von dem starken, nächtlichen Blütenduft angezogen werden und eifrig nach dem üppig vorhandenen Nektar suchen – da könnte sich eine Mondscheinwanderung mit rotem Taschenlampenlicht zur Beobachtung der Blütenbesucher lohnen!

Der Horst der weissen Trichterlilie entwickelt sich aus einem knolligen Wurzelstock mit fleischigen Wurzeln, sie gedeihen in der Sonne und im lichten Halbschatten auf nährstoffreichen, humosen Böden.


Die Trichterlilie
gehört zum tertiären Grundstock der Alpenflora, das heisst, sie war damals, bevor die Gletscher dicker und mächtiger wurden, bereits bei uns heimisch – sie gehört zu den wenigen Pflanzen, welche sich im europäischen Raum selbst entwickelt hat. Sie wich den Eiszeiten aus und eroberte sich ihr Gebiet in den wärmeren Zeiten wieder zurück.

Der Name Paradieslilie stammt übrigens nicht von ihrem paradiesisch hübschen Aussehen ab – leider nein – sondern von einem italienischen Grafen namens Giovanni Paradisi, ein namhafter Gönner eines italienischen Botanikers, welcher diesen Namen ihm zu Ehren der Trichterlilie vermachte.